Das wochenlange Warten hat ein Ende, das Ergebnis steht fest. Enrico Simon erhält den 7. Dan im Taekwondo!

In Sindelfingen  fand am Sonntag, den 24.11.2013, die Kukkiwon Spezial Dan Prüfung statt. Nur 120 Bewerbern aus ganz Europa wurde es gestattet, nach bestimmten Auswahlkriterien an der  Prüfung teilzunehmen.  Einer der Auserwählten war Enrico Simon, der dank seiner langjährigen ehrenamtlichen Arbeit für den Verband DTU (Deutsche Taekwondo Union) und Tochterverband TUBW (Taekwondo Union Baden-Württemberg), eine Prüfungserlaubnis erhielt. Ein weiterer Grund für die Zulassung war sein über 20 jähriges Einbringen in die Vorstandschaft unsres Vereins.

Die besonderen Inhalte der Kukkiwon Spezial Dan Prüfung erlauben es, den zugelassenen Prüflingen, als Anerkennung des Ehrenamts, Dan Grade zu überspringen. Simon, der schon seit 14 Jahren keine Dan Prüfung mehr bestritten hatte, entsprach genau den Kriterien für die Teilnahme. Deshalb ließ er sich diese einmalige Chance nicht nehmen und bewarb sich  vor mittlerweile mehr als sieben Monaten. Ob er zugelassen wird, war bis zwei Wochen vor der Prüfung noch unklar.

Nichtsdestotrotz musste natürlich mit dem Training begonnen werden. Es war ganz sicher, dass bei dieser anspruchsvollen Prüfung  voller  Einsatz gefordert wird. Die Vorbereitungsphase begann mit drei Einheiten pro Woche, in denen vor allem die verschiedenen Bewegungsformen, Vollkontakt und Bruchtest geübt wurden. In den letzten drei Monaten trainierte Simon fast   jeden Tag bis zu fünf Stunden. Unterstützt wurde das Training durch Michael Scherer, selbst Großmeister im Taekwondo und Besitzer zweier Taekwondo Vereine im Raum Karlsruhe. Auch Simons Vorstandsmitglied und Taekwondo Meisterschüler, Tizian Klingel, konnte als helfende Hand fungieren.

Zwei Wochen vor Termin erhielt er endlich die Zusage und damit bestätigte sich das monatelange Training. Der Prüfung  gingen zwei anstrengende Lehrgangstage bei Kukkiwons Cheftrainer und Ex-Technikweltmeister, Ik-Pil Kang, voraus. Ziel war, den Prüflingen nochmals die“ keypoints“ der verschiedenen Bewegungsformen zu vermitteln und letzte Unklarheiten zu beseitigen.     

Die Prüfung am Sonntag sollte nach den gleichen Regeln, wie in Korea, dem Mutterland des Taekwondo, durchgeführt werden. Das heißt,  Disziplin stand sehr hoch geschrieben. Das Prüfungskomitee bestand aus vier koreanischen Großmeistern, darunter auch der Kukkiwon Präsident selbst. Simon hat sich mit der Bewerbung zum 7. Dan das höchst mögliche Ziel gesetzt. Zum Prüfungsprogramm zählte die Präsentation von sieben Bewegungsformen (Taeguk 8 & Poomsae 9 bis 15), die in ungeordneter Reihenfolge und ohne Pause abgerufen wurden. Weitere Inhalte waren Kampf mit Vollkontakt Schutzkleidung und ein Bretterbruchtest, bei dem jeder Prüfling seine beste Fußtechnik demonstrieren musste. Die gesamte Prüfung wurde gefilmt, sodass das Prüfungskomitee nochmals im Nachhinein den Vortrag jedes Einzelnen bewerten konnte. Zusätzlich musste eine schriftliche Ausarbeitung über ein Themengebiet des Taekwondo eingereicht werden. Simon präsentierte alle sieben Bewegungsformen fehlerfrei, hatte einen taktisch sehr guten Kampf und zerschlug sein Brett mit einer einwandfreien Technik. Das harte Training hat sich bezahlt gemacht.